Vom Weinvirus infiziert

Felix Peters kam als Genießer zum Wein. Vor allem die raren, absoluten Topweine begeistern ihn durch ihre Finesse, Ausgewogenheit und Aromenvielfalt. Sein Bestreben ist es, dieses Niveau auf St. Antony ebenfalls zu erreichen. Daher werden entsprechende Maßnahmen konsequent umgesetzt. Allen Anstrengungen liegt das Ziel zugrunde, mit den Weinen nicht nur Weinprofis und Experten, nein, vielmehr Genussmenschen zu erreichen und zu begeistern. Auf St. Antony wird mit Leidenschaft daran gearbeitet, diese Vision zu realisieren!

Ursprünglich wollte Felix Peters Lehrer werden, doch eine Reise der Eltern in das Piemont veränderte alles. Im Hause Peters wurden plötzlich grosse Weingläser gekauft, in teure Weine investiert und Weinproben veranstaltet. Erst irritiert von der neuen Leidenschaft der Eltern, wurde Felix ebenfalls vom Weinvirus infiziert und begleitete sie im nächsten Jahr in die schöne Weinregion Italiens.

Das Zwei-Sterne-Restaurant „Le Val d’Or“ für die anschließende Ausbildung zum Restaurantfachmann suchte er aufgrund der tollen und großen Weinkarte aus. Darauf folgte ein Praktikum auf dem Weingut Schloss Vollrads und das Studium „Weinbau und Oenologie“ in Geisenheim. Doch der Zugang über die ausländischen Weine unterscheidet ihn als Quereinsteiger von den meisten anderen Winzern, die auf Weingütern groß geworden sind. Noch heute liebt Felix vor allem französische Weine aus Bordeaux oder Burgund und lässt sich von ihnen inspirieren.

Der Einstieg bei St. Antony war dann eine große Chance, den alten Glanz des Weingutes wiederzubeleben und seine Ideen, Vorstellungen und Visionen umzusetzen. Jeder Wein hat seine eigene Besonderheit, die den Menschen begeistern soll. Die komplexe Prägung durch die Lehr- und Wanderjahre in seinem Werdegang führen häufig zu überraschenden Interpretationen von Weinberg, Herkunft und Rebsorte. Seine Weine sind innovativ und anders als alle anderen. Es sind Spitzenweine im jeweiligen Preissegment und das auf rein ökologischer Basis.

Nur aus einer ureigenen Idee, die man mit Mut, Ausdauer und Akribie verfolgt, kann ein großer Wein entstehen. Die Weine von St. Antony zeigen ihre Herkunft und tragen die individuelle Handschrift von Felix Peters. Seine Motivation ist es, mit Riesling, Blaufränkisch und Pinot Noir das Unaustauschbare, Großartige von St. Antony und seinen Weinbergen in die Welt zu tragen.

Vita Felix Peters

1977
geboren in Freiburg im Breisgau, mit 10 Jahren Umzug nach Mainz

1995
Infizierung mit dem Weinvirus

19982000
Lehre zum Restaurantfachmann im Le Val d’Or Johann Lafer, Stromberg

1999
2. Platz Deutscher Nachwuchs Sommelier

2000
1. Platz Deutscher Nachwuchs Sommelier, Praktikum auf Schloss Vollrads

20002004
Studium Weinbau und Oenologie, Geisenheim

2002
Arbeit auf der Domaine de la Vougeraie in Burgund/Frankreich

20032005
Betriebsleiter auf Schloss Halbturn im Burgenland/Österreich Seit

2006
Winzer & Geschäftsführer auf dem Weingut St. Antony, Nierstein

10 Fragen: Im Keller mit Felix

10 Fragen: Im Keller mit Felix

Ein Interview mit Felix Peters

1

Felix, du bist Quereinsteiger, warum hast du Dir das Winzerdasein ausgesucht?

Durch meine Eltern wurde ich 1995 mit einer Flasche 1990er Barbaresco von Sottimano aus dem Piemont mit dem Weinvirus infiziert. Ein wenig später habe ich mich entschieden statt ein Sportstudium zu absolvieren, in die Weinwelt einzusteigen – zunächst durch eine Ausbildung in einem Gourmetrestaurant mit großer Weinkarte. Zwischendrin hat mich der Weinhandel auch sehr gereizt. Jedoch besteht als Winzer der größte Spielraum sich selbst zu verwirklichen, Dinge zu gestalten oder auch zu verändern. Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich und man hat tolle Kollegen.

2

Was hat dich nach Rheinhessen bzw. Nierstein verschlagen?

Es war das Engagement der Familie Meyer. Komischerweise habe ich Anfang 2005 ebenfalls das damals zum Verkauf stehende Weingut St. Antony mit der Absicht besichtigt, mit einem Investor das Gut zu übernehmen. Das klappte aber nicht. Der Rote Hang und die Weingüter in Nierstein standen damals unter keinem guten Stern inmitten des aufstrebenden Rheinhessens. Das zu ändern hatte mich sehr gereizt. Es waren anfangs die Weine und das Engagement von Philipp Wittmann und Klaus Peter Keller was mich als Mainzer stolz auf meine Heimat Rheinhessen gemacht hat. Ich habe damals in Frankreich und Österreich gearbeitet und mitbekommen, was da in Rheinhessen passierte. Das weckte Patriotismus in mir, und ich wollte in Rheinhessen Wein machen.

3

Wie kamst du zu St. Antony?

Ich habe 2004 Roman Niewodniscansky vom Weingut van Volxem an der Saar kennengelernt. Bei einem Besuch in 2005 erwähnte er nebenbei, dass er den neuen Besitzer vom Weingut St. Antony kennt und dieser jemanden sucht, das Weingut langfristig zu führen. Ich habe eine Bewerbung geschrieben mit meiner Vorstellung vom Weinmachen. Diese wurde dann über Roman an die Familie Meyer weitergeleitet. Danach bekam ich einen Anruf und die Einladung zu einem Gespräch. So nahm alles seinen Lauf. Mein erster Arbeitstag war der 9. Januar 2006.

4

Warum Rotwein in Nierstein?

Ich habe die Chance gesehen bei St. Antony etwas zu gestalten, was nur in Nierstein möglich ist und absolut einzigartig ist. Die Blaufränkisch Geschichte von uns zu kopieren wird relativ schwer sein, da die Bedingungen in Nierstein sehr besonders und absolut günstig für große Rotweine sind. Das passt wie die Faust aufs Auge.

5

Warum ökologischer Weinbau?

Die starke Manipulation durch die industrielle Landwirtschaft macht auch vor den kleingliedrigen Winzerbetrieben nicht halt. Mir widerstrebt es, Pflanzenschutzmittel auszubringen, die in die Saftbahnen der Pflanzen gelangen und anschließend in die Beeren und dann auch in den Wein. Mir widerstrebt es, Herbizide auszubringen, die Bodenleben absterben lassen. Mir widerstrebt es, bienenfeindliche Spritzmittel auszubringen, die die Befruchtung unserer heimischen Landwirtschaftsflächen gefährden. Mir widerstrebt es, mineralisierten Dünger auszubringen, der die Pflanze mit Salzen dazu bringt, immer mehr Wasser aufnehmen zu müssen und was zwangsläufig zu verwässerten Weintrauben führt. Viel tiefer greift der biodynamische Weinbau, den wir ohne Esoterik betreiben. Er hilft, Dinge besser zu verstehen und eröffnet neue Sichtweisen.

6

Wie sieht die Zukunft des Weinbaus in Nierstein aus?

Nierstein hat eine tolle Entwicklung hinter sich. Man kann sagen, dass ab 2005/2006 ein enormer Wandel stattfindet. Der Generationswechsel vieler Güter ist vollzogen und auch auswärtige Winzer bringen neuen Wind in einen der berühmtesten Weinorte Deutschlands. Das hilft, sich gut für die Zukunft aufzustellen. Grundsätzliche Herausforderungen in der Zukunft sehe ich in zwei wichtigen Dingen. Zum einen gibt es ein Überangebot an Riesling in Deutschland. Überall tauchen tolle neue Winzer auf, die alle einen super Riesling haben und den versuchen sie dann an den Mann zu bringen. Ich glaube, man überschätzt da die Bedürfnisse der Kunden und der begrenzten Märkte. Da gibt es schon jetzt einen verschärften Wettbewerb, den Nierstein mit seinen arbeitsintensiven und ertragsarmen Böden meistern muss. Zum Anderen ist es wichtig, deutschen Riesling weltweit wieder auf die Karten zu bringen. Die Exporterfolge für trockenen deutschen Riesling außerhalb Skandinaviens sind noch bescheiden. In vielen Ländern dieser Erde ist trockener Riesling bei den Sommeliers und Winzern sehr beliebt. Wir müssen daran arbeiten, diese Keimzelle der Rieslingfans auf Händler und Verbraucher in viele Länder der Erde zu erweitern.

7

Was ist dein prägendes Weinerlebnis?

Da gibt es viele! Ich liebe es, in gereiften Weinen die Geschichten zu erkennen, den Jahrgang, die Zeitepoche, die Phase des Weingutes, die damaligen Herstellungsweisen oder auch nur, was die Weinflasche hinter sich gebracht hat, bis ich sie verkosten darf. Absolut prägend war aber meine Zeit im Burgund sowie meine jährlichen Besuche dort. Und ich werde mich immer an meine erste Fassprobe 1996 im Piemont erinnern. Es war ein 95er Barbaresco.

8

Was würdest du machen, wenn du kein Wein machen würdest?

Vielleicht Arzt? Das könnte ich mir vorstellen. Ich finde die Vorstellung großartig, kranken Menschen durch medizinisches Wissen und Erfahrung zu helfen.

9

Was ist dein Ausgleich?

Meine Familie ist ein mein wichtigster Ausgleich. Meine Frau und ich haben 3 Kinder, die halten einen ordentlich auf Trapp und machen die Arbeitsgedanken sofort vergessen! Sonst versuche ich sportlich fit zu bleiben, in dem ich zwei Mal in der Woche eine längere Joggingrunde einlege. Freunde sehe ich als ganz wichtigen Ausgleich, die bringen einen auf andere Gedanken fernab der Weinwelt.

10

Was darf in deinem Kühlschrank nicht fehlen?

Guter Rohmilchkäse, gute Salami (häufig auch außerhalb des Kühlschranks), Trüffelbutter (ohne künstliche Aromen!), leckeres Snackgemüse, ab und zu ein frischer Fisch und ein feines Stück Fleisch.

Danke für das Gespräch.

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