Unser Rotschiefer, 280 Millionen Jahre Geschichte im Wein

Der größte Teil unseres Weinbergschatzes liegt am Roten Hang – eine seltene, rote Gesteinsformation direkt am Rhein, die ihren Ursprung vor 280 Millionen Jahren hat. Dieser Boden verlangt Mensch und Rebpflanze viel ab, denn die Weinberge sind karg und steil, doch besonders der Riesling liebt den roten Schiefer und bringt mineralische Weine mit spannender Frucht und einer milden Säure hervor.

Man kann schon von einem außergewöhnlichen Glücksfall sprechen, dass gerade bei Nierstein der rote Stein an der Oberfläche erscheint. Entwickelt hat sich der schieferartige Boden mit der intensiven Färbung aus kalkreichen Ton-, Schluff- und Sandsteinen des Oberrotliegenden entwickelt, die vor 280 Millionen Jahren abgelagert wurden. Er tritt heute in einem ca. 800 Meter breiten und ca. 5 Kilometer langen Band auf, das sich von Nackenheim über Nierstein bis nach Schwabsburg erstreckt und wegen seines isolierten Vorkommens auch „Nierstein-Formation“ genannt wird. Der Rotschiefer prägt ganz entscheidend unsere Weine. Doch es müssen erst vier Dinge zusammenkommen, damit sie in ihrer Art einzigartig werden. Die besondere Geologie und die klimatische Sonderstellung sind gegeben, aber erst durch unsere langjährige Erfahrung und den umfassenden Lagenbesitz können wir damit optimal umgehen und davon profitieren.

Einzigartige
Geologie
+
Klimatische
Sonderstellung
+
Lagenbesitz &
Erfahrung
=
St. Antony

Die Entstehung des Rotschiefers

Wie sich bei Nierstein eine kleine kostbare Insel aus dem Urmeer erheben konnte.

Rotschiefer Entstehung Urmeer
Rotschiefer Entstehung Querschnitt

In der Hitze entstanden, im Meer versunken und wieder aufgetaucht.

Kurzlebige Tümpel und Salzpfannen prägten die Landschaft, ähnlich dem heutigen Death Valley. Vor 280 Millionen Jahren herrschten im Raum Nierstein subtropische Verhältnisse. Es war sehr heiß und trocken, die rote Farbe zeugt noch davon und ist auf Eisenverbindungen (Hämatit) zurückzuführen, die sich in diesem Klima gebildet haben. Durch den Druck von Überlagerungen aus Tonschlamm und lockerem Sand entstand ein festes Gestein, das heute geologisch als das „Rotliegende“ bezeichnet wird.

Vor ca. 35 Millionen Jahren wurden große Teile Deutschlands und auch Rheinhessens durch ein Urmeer überdeckt. Die Küstenlinie dieses Meeres war nicht ganz klar abgegrenzt, es gab Buchten, Inseln, Riffe, die sich immer wieder veränderten. Dadurch entstanden Kalkablagerungen, die heute viele Weinberge prägen, wie zum Beispiel auch unseren Zehnmorgen oder den Niersteiner Paterberg, auf dem unser Pinot Noir steht.

Infolge der relativen Hebung der Erdkrustenscholle des sogenannten Alzey-Niersteiner-Horstes am Ende des Tertiär gelangten tiefer liegende Gesteinschichten zwischen Nierstein und Nackenheim wieder an die Oberfläche und prägen bis heute die Landschaft. Man muss sich vorstellen, dass damals der Rote Hang wie eine Insel aus dem Meer aufstieg. Die tektonischen Verhältnisse am Rande des einbrechenden Rheingrabens führten später zur Ausbildung der Steilhänge am Rhein.

Das macht unsere Weine so einzigartig.

Wenn einmalige Bedingungen auf langjährige Erfahrung treffen, kann Großes entstehen – oder herausragende Weine.

Rotschiefer, besondere Geologie

Besondere Geologie

Der rote Urgesteinsboden in Nierstein und in Teilen von Nackenheim ist wie eine kleine kostbare Insel. Nur hier erscheint das Tonschieferfelsband an der Oberfläche und verleiht dem Hang seinen Namen. Geologisch korrekt als „Rotliegendes“ bezeichnet, erinnert der Stein an Schiefer und besitzt auch ähnliche Eigenschaften, wie zum Beispiel eine hervorragende Wärmespeicherfähigkeit. An manchen Stellen ist der blanke Fels sichtbar, an anderen tritt das Urgestein als loser Schotter auf, während man in steilen Lagen vor allem flachgründige Böden aus mechanisch verwittertem Gestein findet. Dieser Gesteinszerfall kann innerhalb weniger Jahre beobachtet werden. So sieht zum Beispiel im Pettenthal der Oberboden aus wie Erde, besteht aber komplett aus kleinen verwitterten Tonschiefersteinchen.

Klimatische Sonderstellung

Jeder Weinberg am Roten Hang hat sein ganz eigenes Mikroklima, das von unzähligen Faktoren wie Hangneigung, Ausrichtung, Rheinnähe und Windeinfluss abhängig ist. Die ostexponierten Steilhänge direkt am Rhein schirmen viele Winde ab, die häufig von Westen her kommen und der Rote Schiefer erhitzt sich schnell in der Sonne. Es ist eines der trockensten und wärmsten Mikroklimata in Deutschland, das an exponierten gesteinsreichen Stellen die Luft zum Flimmern bringt. Vor Nierstein knickt der Hang gegen Westen ab und verändert seine Exposition Richtung Süden. Dadurch öffnet er sich auch wieder dem Wind und Wetter aus dem Westen. In den Südhänge entstehen trotzdem beachtliche Temperaturen, jedoch kühlen die bewegten Luftmassen die Weinberge immer wieder ab.

Rotschiefer, klimatische Sonderstellung
Rotschiefer, langjährige Erfahrung

Langjährige Erfahrung

Klima und Boden müssen verstanden werden, um die örtlichen Gegebenheiten zu etwas Großem zusammenzusetzen. So haben wir zum Beispiel gelernt, die autarken Klimasituationen im nördlichen Teil des Roten Hangs zu erkennen, wo windgeschützt und direkt am Rhein ganz besondere Wachstumsbedingungen herrschen. Beim Riesling muss man hier den richtigen Lesezeitpunkt abpassen, um die Frische in den Weinen zu erhalten. Der Blaufränkisch fühlt sich dagegen in diesen warmen Lagen pudelwohl. Am westlichen Ende des Roten Hanges haben sich die Weinberge dem Rhein auf ca. 3 Kilometer entfernt und damit weitgehend seinem Einfluss entzogen. Hier liegt die Lage Nierstein Orbel, die optimale Bedingungen für den Riesling bietet. Durch die windoffene Lage bleiben die Trauben im Herbst lange gesund und halten genug Säure, um sie sehr spät zu lesen.

Grösster Lagenbesitz am Roten Hang

Kein anderes Weingut hat so umfassenden Lagenbesitz im Roten Hang wie St. Antony. So unterschiedlich die einzelnen Lagen auch sind, allen gemeinsam ist der einmalige rote Schieferboden, der sie zu etwas ganz Besonderen macht. Angefangen im Norden in Nackenheim mit dem Rothenberg über das langgestreckte Pettenthal, Brudersberg und Hipping direkt am Rhein, weiter über den Ölberg bis hin zu Orbel und Schloss Schwabsburg besitzen wir ausgedehnte Rebflächen, die wir mit Stolz und Hingabe bewirtschaften.

Hier mehr über unsere Lagen erfahren …

Roter Hang

Unser Lesegut

Das Neuste aus unserem Blog, mehr interessante Nachrichten, Bilder und Einblicke gibt es hier zum Nachlesen.

Neuigkeiten

Adventsverkostung am 02. Dezember 2017

09. November 2017 · 0 Kommentare

e kostenlos bei weihnachtlichem Ambiente aus unserem Weinangebot und bereichern Sie Ihre Festtafel. Oder suchen Sie vielleicht noch ein Geschenk? Wir beraten Sie gerne und freuen uns auf Ihren Besuch! ...

Weiterlesen …

Lesegut

Erntebericht 2017

03. November 2017 · 0 Kommentare

y.de/blog/wp-content/uploads/2017/11/IMG_4826-e1509723932784.jpg" alt="IMG_4826" width="362" height="483" />     ...

Weiterlesen …

×

Erfahren Sie regelmäßig interessante Neuigkeiten und profitieren Sie von attraktiven Sonderaktionen, kostenlos und ohne jede Verpflichtung. Vielen Dank für Ihr Interesse!

Ihre Daten werden nicht an Dritte weitergegeben.