Erntebericht 2013

Ein Herbst, der viel von uns abforderte, da die Trauben ab Mitte Oktober in die Überreife glitten und Fäulnis drohte. In sehr kurzer Zeit musste viel selektiv auf den Punkt gelesen werden. Die Weine zeichnen sich durch eine seltene Kombination von üppiger Frucht und spannungsgeladener Säure aus, irgendwie paradox und irgendwie genial.

Die dreier Jahre tanzen immer etwas aus der Reihe. Häufig haben sie Hitzeperioden im Sommer (wie 1893, 1933, 1943, 1953, 1983 und 2003) oder zeigen sich launisch wie 1993, 1973. Wo 2013 da einzuordnen ist, weiß ich noch nicht ganz. Es gab aber ebenfalls eine bemerkenswerte Hitzeperiode im Juli und August 2013, die meines Achtens den Geschmack der gärenden Jungweine in Form einer gewissen Üppigkeit oder voluminösen Frucht prägt. Dem egenüber steht eine reife belebende Säure in den Weinen, die Struktur, Balance und Spannung in die Weine bringt. Die Säurestruktur in den Weinen rührt von einem späten Austrieb, einem regenreichen Frühjahr und einer späteren Reife her. Eine seltene Kombination von üppiger Frucht und spannungsgeladener Säure, irgendwie paradox und irgendwie genial.

Aber fangen wir von vorne an:
Der Austrieb war Ende April bis Anfang Mai ein eher später. Der Mai zeigte sich sehr verregnet und kühl. Wir hielten etwas die Luft an, da wir ahnten, dass die Vegetation explodieren würde, wenn die Temperaturen im Juni steigen und die Pflanze alles hat um schnell zu wachsen (Wasser & Wärme). Dem war so. Innerhalb von vier Wochen wuchsen die Reben so viel wie sonst in 6-7 Wochen, was die exakten Laubarbeiten zur sportlichen Herausforderung mutieren ließ. Mit großer Mannschaft hielten wir gut dagegen und erarbeiteten mit akkurater Laubwandarchitektur wichtige Voraussetzungen für eine optimale Traubenentwicklung. Die Blüte begann in Nierstein um den 20. Juni . Die warmen Bedingungen um die Blüte sorgten für extrem kurze Blühdauer, die teilweise nur drei bis vier Tage dauerte.

Der Sommer war trocken und heiß und wir waren froh über die einsetzenden Regenfälle Ende August. Spekulationen flackerten auf, da der Reifeverlauf auf eine sehr späte Lese bis in den November hinein hindeutete. Das warme Kleinklima in Nierstein sorgte aber für zeitige Reife und wir starteten in die Lese 2013 am 26. September mit Chardonnay Trauben für unseren Sekt.

Pinot Noir

Das Ausräumen des offenen Holzgärbottich ist eine befriedigende Arbeit. In den Trauben steckt ein Jahr Arbeit und nun werden sie auf ihrem letzten Weg in die Presse begleitet.

2013 haben wir unsere Stilistik beim Pinot Noir weiter verfolgt und verfeinert. 100 Tage nach der Blüte wurde am 1. Oktober unser Paterberg Pinot Noir für die Reserve gelesen. Einen Tag später holten wir den Kranzberg für unseren normalen Pinot Noir. Beide Anlagen sehen den Rhein und profitieren einerseits von dem besonderen Mikroklima direkt am Fluss und im Falle des Paterbergs auch von der Nähe zum Ort.

Die Trauben hatten 96 bzw. 95 Oechsle bei Erträgen von 32 hl pro Hektar und optimalen pH Werten analytisch also bestens aufgestellt. Geschmacklich fanden wir sie aromatisch und komplex. Die Säurewerte sind vergleichbar mit 2008 also höher als 2012 und natürlich auch 2011. Wir sehen dem aber entspannt entgegen und glauben, dass die 13er Pinots mit längerer Fasslagerung tolle finessenreiche Weine werden.

Die Rosé Weine sind in 2013 wieder zu 100% aus Pinot Noir und schmecken wirklich lecker. Eine reife saftige Frucht und viel Trinkspass deutet sich also auch in 2013 an!

Riesling

Rieslinglese am 21. Oktober 2013 im Pettenthal; eine Hangneigung bis 60%!

Am 13. Oktober startete die Riesling-Lese. Die Niederschläge Ende September und Anfang Oktober nötigten uns Respekt ab und wir begannen beherzt und selektiv unsere Weinberge zu ernten. In nur 11 Tagen waren alle Parzellen inklusive der Großen Gewächse gelesen. Wir waren froh über unsere Entscheidung konzentriert und zügig die aromatisch schmeckenden Trauben zu lesen, da spätestens ab dem 18. Oktober die Weinberge in die Überreife kippten und Fäulnis drohte. Die spät geglaubte Reifezeit am Stock bis weit in den November hinein, erwies sich als Irrtum. Die Trauben waren reif und hocharomatisch. Um den kräftigen Säurewerten entgegen zu wirken, arbeiteten wir viel mit Maischestandzeiten. Die ersten durchgegorenen Rieslinge zeigen sich mit reifer Säure keinesfalls sauer. Am 18. und 19. Oktober wurde das Große Gewächs Orbel gelesen, das 10morgen wurde am 21. Oktober, und das Pettenthal am 13., 19. und 21. Oktober gelesen. Die Erträge beim Riesling liegen bei 46 hl/ha eher moderat und damit unter dem Vorjahr (2012: 52 hl/ha).

Wir erwarten einen großartigen Rotschiefer und tolle Lagenweine. Die Güte der Lagen zeigt sich Jahr für Jahr!

Blaufränkisch

Die Blaufränkisch-Trauben von 35-jährigen Reben. Das weiße Band zeigt die Umveredelungsstelle.

In den sehr begünstigten Lagen in Nierstein trieben die Blaufränkisch im Pettenthal deutlich früher aus als die Rieslinge, färbten zeitgleich mit den Pinot Noir Trauben um und zeigten sich früh hocharomatisch. Die Wetterkapriolen von Hitze im Sommer und Regen im frühen Herbst beeindruckten die Blaufränkisch nicht und blieben kerngesund. Die lockerbeerigen Traubenwaren eine Pracht anzuschauen und auch zu essen.

Am 9. und 13. Oktober wurden die Blaufränkisch im Pettenthal geerntet, die Trauben im Ölberg wurden am 12. Oktober gelesen und den Schlusspunkt setzten die Blaufränkisch im 10morgen am 22. Oktober 2013.

Die Jungweine schmecken konzentriert. Der voluminöse Charakter des Jahrgangs zeigt sich auch bei den Blaufränkisch. Wir sind überzeugt, dass da Großes in den Fässern heranreift. Weitere umveredelte Parzellen mit alten Blaufränkisch Reben bereichern unseren Blaufränkisch unterhalb der Reserve enorm. 2013 hat erneut gezeigt Nierstein und Blaufränkisch – das passt zusammen.

Unser Lesegut

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