2017: strenger Winter, milder März, früher Austrieb und dann Frost

Das Jahr 2017 begann mit einem guten kalten Winter, der durch anhaltenden Frost die Vegetation richtig zum Erliegen brachte; eigentlich wie man es sich als Winzer wünscht. Der März gestaltete sich dann recht warm und sehr früh; um den 6 April herum trieben die ersten Reben aus. Im Kaffeesatz könnte man eine Parallele zwischen 2017 und 2007 lesen, der Austrieb war damals genauso früh.

Dann ereilte uns jedoch am Morgen des 20. April eine Frostwetterlage, die europaweit weitgreifende Schäden verursachte.

Wir sahen es etwa 7 Tage vorher auf uns zu kommen und diskutierten unter den Winzern, was wir machen könnten um das Erfrieren der jungen Triebe zu verhindern. Berechnungen für einen Hubschrauber wurden angestellt, der über den Weinbergen über Stunden fliegt um die wärmere Luft weiter oberhalb des Weinberges nach unten in die Kuhlen zu drücken. Dazu hätte man aber eine Inversionswetterlage gebraucht, in der typischerweise wärmere Luftschichten über der Frostluft liegen. Es erübrigte sich dann leider, denn die Luft war in 50-100m Höhe laut Wetterdienst genauso kalt zu erwarten wie unten.

Feuer im Weinberg zu machen war dann die nächste Alternative.  Sogenannte Frostkerzen können im gesamten Weinberg verteilt werden, kosten aber recht viel und helfen die Temperatur 1-2 Grad zu erhöhen. Unter den Winzern in Nierstein entschied sich dann jeder im Roten Hang selbst nichts zu unternehmen und zu hoffen.
Nierstein und Nackenheim sind recht glimpflich davon gekommen; bei uns sind circa
1 Hektar der Reben erfroren. In der Nacht vom 20. April sind laut offiziellen Angaben circa 20% der rheinhessischen Flächen erfroren; in Württemberg, an der Mosel und an der Nahe waren die Schäden größer.

Allen Winzern, die stark betroffen sind, drücken wir die Daumen, dass nun die Winteraugen gut austreiben und wenigstens ein wenig Ertrag auf diesen Flächen zu ernten sind.

 

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Erforener junger Trieb, der bald schwarz wird und abfällt. Vorher rollen sich die Blätter zigarrenblattartig ein.

 

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Der Blaufränkisch im unteren Bereich des Pettenthals war besonders weit im Wachstum. Manche Triebe an dieser Rute haben es geschafft, manche sind erfroren.

 

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Weiter unten Richtung Bahndamm sind die kompletten Pflanzen erfroren.

 

Weingut Wittmann20.04.17

Das Foto zeigt ein Weinberg von Philipp Wittmann, in dem die Frostkerzen aufgestellt wurden; wir drücken die Daumen, dass es was gebracht hat.

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