Jahrgang 2016

Wie ist er nun – der 2016er? mögen sich viele fragen. Eine Frage, die ich mir selbst häufig gestellt habe. Ein Jahrgang, der erst alles unter Wasser setzte um anschließend 3 Monate Trockenheit auszurufen. Ein Jahrgang der die Winzer (vornehmlich die Öko Winzer) auf die Zerreißprobe stellte; stetig die Frage: welche Ertragsverluste werde ich haben? Was sich als Trauben durch die Krankheitsphase hindurchkämpfte, hatte jedoch noch eine sehr versöhnliche Vegetationsperiode ab Mitte Juli. Sommerlich warmes Wetter im August ohne Regen und allen Unkenrufen zum Trotz im September wirklich kühle Nächte und immer noch kein Regen. Kleine Niederschlagsmengen Ende September halfen die Reife voranzutreiben und es erfolgte eine eher späte Lese im Oktober. Fäulnis trat nur vereinzelt auf und konnte sauber aussortiert werden. Wenn man als Winzer den Schock vom Juni aus den Beinen bekam, konnte man den Jahrgang sogar richtig liebgewinnen, denn das was da in der zweiten Jahreshälfte passierte, war schon großartig. Dafür gibt es keine anderen Worte.

Im Keller bemerkten wir bei den Weißweinen enorme Klarheit und Ausdruck bei den Mosten. Man musste schon um geschmackliche Reife kämpfen, denn die Rieslinge wollten mehr Zeit am Stock haben, sagten uns frühzeitige Vorlese-Eindrücke. Das wollten wir den Trauben auch geben und setzten immer wieder Lesepausen, um die geschmackliche Reife auszureizen.

Die Gärung fing hier und da erst sehr spät an und zwischendrin gärten einige Moste recht langsam, nicht zuletzt durch die Kälteeinbrüche der Natur, aber so richtig zum Stillstand kam es nicht. Die tiefen PH-Werte bei den Rieslingen schützten in dieser fragilen Situation.

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Mittlerweile ist im Keller vieles durchgegoren und wir schätzen die jungen 16er Rieslinge sehr. Es entwickeltet sich in den Fässern ein schlanker, fruchtbetonter Gutsriesling, ein facettenreicher Rotschiefer mit bezaubernden Schmelz (vielleicht sagt der Jahrgang dem Rotschiefer am meisten zu), einige spektakuläre Orbel Partien, ein puristisch klarer Hipping und sehr präzise Pettenthal Fässer. 16 Blaufränkisch zeigt sich sehr druckvoll mit viel Mineralität und kein Gramm Fett zu viel, hier passiert was! Pinot Noir Paterberg 16 ist vorsichtig gesagt sensationell (vielleicht eines der Geheimnisse des 16er Jahrgangs: großartige Pinot Noirs).

unsere 90 Jahre Doppelstück Fässer werden von Willi Keller für die Befüllung vorbereitet

 

Kurzum, die Rieslinge treten ein großes Erbe an mit dem grandiosen 2015er Jahrgang. Ich glaube, dass unser 2016er Rotschiefer Riesling früher den großen Spaß bereiten wird als sein 15er Pendant und bei den Großen Gewächsen wird die Zeit es weisen. Aber so viel ist gewiss: der Jahrgang wird große Trinkfreude bereiten und muss probiert werden, denn da ist spannendes unterwegs!

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