Jahrgang 2015 kommt…

Die Gärung der 2015er ist weitgehend abgeschlossen, lediglich drei Große Gewächs Partien vergären ihre letzten Zuckergrade. Wir verkosten viel im Keller und staunen, was die Natur uns da geschenkt hat. Die weißen Weine genießen momentan unsere Aufmerksamkeit und hier sind im letzten Jahr ein paar Faktoren zusammen gekommen sind, die sehr selten aufeinander treffen.
Da war zum einen der Ausnahmesommer mit seiner Trockenheit und Rekordtemperaturen, die eher Anlass zur Sorge bereiteten. Die Reben haben dies sehr gut durchgestanden und konnten von den Bedingungen profitieren. Dann kam im September etwas Regen, was der Traubenentwicklung half. Waren die Beeren doch sehr klein und die Rebe fand in der Trockenheit nicht immer das Wasser als Transportsubstrat für die Aroma- und Inhaltsstoffe der Trauben. Außerdem war es eher kühl in dieser ersten Reifephase. Dies ist großes Glück, denn die Trauben erhielten ihre frischen Aromen und die Säure. Gegen Ende September fand dann ein Prozess statt, was meiner Meinung nach, den letzten Kick in diesem großartigen Jahr gegeben hat. Die Böden waren wieder abgetrocknet und bei den Beeren verdunstete durch die gesunde Beerenhaut hindurch Wasser aufgrund der trockenen, leicht windigen Witterung. Die Trauben waren weitgehend gesund und konzentrierten sich auf. Zucker, Geschmack, Säure und Intensität nahmen zu. In dieser Phase galt es dann am Roten Hang zu zuschlagen, was wir beherzt machten. Denn es gilt, die richtige Reife abzupassen, damit die Weine ihre Balance behalten, sich nicht zu überdimensioniert gestalten.
Die Franzosen sprechen vom „équilibre“ in perfekten Weinen, sie suchen das Gleichgewicht. Nach all dem, was wir verkostet haben, scheinen die 15er dieses Gleichgewicht zu haben. Sie haben Dichte und Konzentration, aber sie besitzen auch Feinheit, Säure und Frische, die die 15er Weine ungemein lebendig machen.

Noch ist es zu früh die Größe des Jahrgangs heraus zu posaunen; lassen sie uns den Weinen ihre nötige Zeit geben.
Aber enorm neugierig bin ich und freue mich auf die ersten Weine.

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