Eine Wanderung durch das Flussbett des Rheins

Der Sommer 2015 wird sicherlich vielen noch lange in Erinnerung bleiben: Viel Hitze und erschreckend wenig Niederschlag! Solch außergewöhnlichen Bedingungen bringen nicht nur Herausforderungen im Weinberg mit sich, sie eröffnen auch völlig neue Sichtwinkel, wie zum Beispiel den Blick auf den Roten Hang vom Flussbett des Rheins aus.

 

Trockenen Fusses durch das Flussbett des Rheins: Hinter den Bäumen am regulären Ufer erheben sich die Weinberge am Roten Hang.

Trockenen Fusses durch das Flussbett des Rheins: Hinter den Bäumen am regulären Ufer erheben sich die Weinberge am Roten Hang.

 

Die Trockenheit im Weinberg macht uns schon Sorgen. Teilweise zu recht, denn die neu gepflanzten Reben haben wirklich zu kämpfen und mit viel Aufwand haben wir bereits über 250.000 Liter Wasser ausgebracht. Die älteren Reben hingegen stört das Wetter kaum. Neben einigen kargen Flecken in manchen Steilhängen sehen die Anlagen noch saftig grün aus und den Reben geht es noch erstaunlich gut. Warum das so ist, kann keiner so richtig sagen, denn die Trockenheit ist schon beachtlich. Wir vermuten, dass die Reben in Nierstein Trockenheit gewöhnt sind und deshalb mit den extremen Bedingungen so gut zurechtkommen.

 

Außergewöhnliche Bilder: Ausgetrockneter Boden und ein freier Blick auf den Grund des Rheins. Neben einigen Muscheln fallen vor allem die roten Steine ins Auge – der Rote Hang reicht bis tief in den Fluss hinein.

Außergewöhnliche Bilder: Ausgetrockneter Boden und ein freier Blick auf den Grund des Rheins. Neben einigen Muscheln fallen vor allem die roten Steine ins Auge – der Rote Hang reicht bis tief in den Fluss hinein.

 

In Nierstein hat es seit Anfang des Jahres deutlich weniger als 50% der normalen Menge geregnet. Den Wassermangel kann man mittlerweile auch sehr eindrucksvoll am Wasserstand des Rheins sehen. Wir haben es natürlich nicht nehmen lassen große Teile des Flussbettes zu durchwandern und zu entdecken. Eine seltene Möglichkeit, denn der Wasserstand ist schätzungsweise nur einmal alle 10 bis 15 Jahren so tief. Interessant dabei ist, wie weit der Rote Hang in den Rhein reicht. Die Schieferformationen im Flussbett zeigen den auslaufenden großen Fuß des roten Berges.

 

Nierstein am Meer? Was wie ein Strand bei Ebbe ausschaut, ist in Wirklichkeit das freigelegte Flussbett des Rheins durch den extrem niedrigen Wasserstand. Im Hintergrund ist die St. Kilians Kirche von Nierstein zu sehen, rechts beginnen die Steillagen des Roten Hangs.

Nierstein am Meer? Was wie ein Strand bei Ebbe ausschaut, ist in Wirklichkeit das freigelegte Flussbett des Rheins durch den niedrigen Wasserstand. Im Hintergrund ist die St. Kilians Kirche von Nierstein zu sehen, rechts beginnen die Steillagen des Roten Hangs.

 

Roter Hang am Rhein

 

Wir sind schon sehr gespannt, wie dieser außergewöhnliche Jahrgang werden wird – schon jetzt kann man Witterungsparallelen zum Ausnahmejahr 2003 ziehen. Wir werden es sehen, denn ab Mitte September beginnt für uns die schönste Zeit im Jahr: Die Weinlese!


Im Sommer kümmern wir uns im Keller vermehrt um unsere Rotweine und verkosten die Fassproben für die Zusammenstellung von Cuvées. Dabei stellen wir immer wieder große Unterschiede zwischen den Fässern fest, obwohl sie mit dem gleichen Wein abgefüllt werden und es sich um Fässer gleicher Bauart aus dem selben Holz handelt. Anscheinend gibt es noch weitere Faktoren, wie wir dieses Jahr erfahren durften.

Jetzt kommentieren

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.