Die Faszination Rebblüte und das Warten auf Regen

Es war ein trockenes Frühjahr! Wie 2014, aber noch trockener. Und während wir auf Regen warten, fängt der Sommer mit Temperaturen über 30 Grad an und die Blüte steht kurz bevor.

 

Rebblüte 2015

 

Interessant ist, dass die Wetterlage die letzten drei Monate quasi gleich geblieben ist: Ein Wirbel nordwestlich von Deutschland brachte feuchte Luft von Großbritannien. Dementsprechend waren die Temperaturen gemäßigt, aber auch nie zu kalt. Die feuchte Luft regnete sich im Kölner Raum, in der Eifel und in Baden aus, wo man nun Wasser im Überschuss hat. Der Rhein zeigt uns voller Stolz seine Wassermassen aus dem Süden, nur bei uns kam leider nichts an. Der Donnersberg und der Hunsrück stellen bei dieser Wetterlage große Hindernisse für die Wolken dar und leiten die Feuchtigkeit an Nierstein vorbei.

In weiser Voraussicht haben wir großzügig Stroh als Verdunstungsschutz in einige Weinberge ausgebracht. Das Stroh hält nun wunderbar die Feuchtigkeit unter der Abdeckung. Die älteren Reben zeigen sich auch noch unbeeindruckt von der Trockenheit, doch die jungen und neugepflanzten Reben wurden durch den ausbleibenden Regen in ihrem Wachstum eindeutig gebremst. So freute sich auch ganz Nierstein über den Regen am 1. Juni: Eine Wohltat für die durstigen Reben, denn es regnete beständig und nicht zu schnell. Ein Anfang und hoffentlich nicht der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein. Aber wir sind überzeugt, dass es wieder regnen wird, auch wenn es nur Gewitter sind. In 2014 hat es auch sehr trocken begonnen und wir haben dann noch rechtzeitig genug Regen bekommen, also abwarten!

 

Rebblüte 2015

 

Nun fängt der Sommer mit Temperaturen über 30 Grad an und die Blüte steht kurz bevor. Die Rehblüte ist ein wegweisendes Ereignis für uns, denn wenn sie abgeschlossen ist, kann man erste Rückschlüsse über den Termin der Ernte machen. Auch ist die Blüte dafür verantwortlich, in wie weit die Fruchtansätze befruchtet werden und wie viele Trauben dann später am Stock hängen. Verläuft die Blüte gut und bei warmen Temperaturen, kann man auf einen reichhaltigen Herbst hoffen. Ist es hingegen ausgesprochen kühl, droht eine eingeschränkte Befruchtung.

Die Rebe befruchtet sich selbst, sie benötigt dazu keine Bienen. Das ist auch ein Grund, warum Wein und Reben in der Bibel solch eine Symbolik zugeordnet wird: Es ist quasi eine unbefleckte Empfängnis, die da in unseren Weinbergen in ein paar Tagen von statten geht.

Faszinierend bei der Rebblüte ist der subtile, zarte Duft. Er ist nicht zu vergleichen mit einer Blumenblüte, die viel intensiver duftet. Es ist eher ein frischer, süßlicher Moment, den man in der Nase wahrnimmt. Für uns immer wieder etwas ganz Besonderes!

Kommentare

  1. Pingback: Verpasste Blüte | 25cl

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