2015 — Ein trockenes Jahr!

2015 wird sicher als eines der Jahre mit den höchsten Temperaturen in die Annalen eingehen. Hitzerekorde und immer wiederkehrende Temperaturspitzen, das hatten wir schon länger nicht mehr. Wenigstens kann man da nicht mehr über den Sommer schimpfen, der gibt sich momentan alle Mühe. Doch die Landwirtschaft in Rheinhessen sorgt die Wasserknappheit sehr.

 

Ein sehnsüchtiger Blick auf den Rhein und seine Wassermassen, die ungestört an Nierstein vorbeifließen. Im Süden herrscht keine richtige Trockenheit, so dass der Wasserstand des Rheins nicht ungewöhnlich tief ist.

Ein sehnsüchtiger Blick auf den Rhein und seine Wassermassen, die ungestört an Nierstein vorbeifließen. Im Süden herrscht keine richtige Trockenheit, so dass der Wasserstand des Rheins nicht ungewöhnlich tief ist.

 

Es gab zwar immer wieder Wetterlagen, in denen feuchte Atlantikluft Regen über Deutschland brachte, jedoch entweder nördlich oder südlich von uns. Der Donnersberg, die höchste Erhebung in der nördlichen Pfalz, teilt die Regenmassen, die südwestlich aus Frankreich kommen und große Teile Rheinhessens liegen quasi im „Wetterschatten“. So kommt es, dass es in Nierstein trocken ist, während 35 Kilometer weiter deutlich mehr Niederschläge ankamen.

 

Quelle: Agrarmeteorologie Rheinland-Pfalz, Stand 15.07.2015

Quelle: Agrarmeteorologie Rheinland-Pfalz, Stand 15.07.2015

 

Der Trockenheit können wir leider nicht viel entgegensetzen. Seit 2002 ist es zwar in Deutschland erlaubt, Weinberge zu bewässern, wir haben jedoch in unseren Flächen keine Bewässerungsleitungen installiert. Wir bräuchten auch gigantische Wassermengen, um wirklich alle Weinberge künstlich zu bewässern. Der Rhein darf als Wasserquelle nicht angerührt werden, so dass man einen einen tiefen Brunnen graben müsste, man die Bewässerung speisen.

 

Gras hat es schwer im Roten Hang: Unsere Zwischenbegrünung im Weinberg ist fast vollständig vertrocknet.

Gras hat es momentan schwer im Roten Hang: Unsere Zwischenbegrünung im Weinberg ist fast vollständig vertrocknet.

 

Die Ertragsanlagen, vor allem die älteren Reben, stehen zu unserem Erstaunen alle sehr gut da und wachsen eifrig. Viele Winzer in Nierstein sind von der Fähigkeiten der Reben hier überrascht, wie gut sie mit der Situation zurechtkommen. Es scheint, dass die Reben auf den kargen Böden in Nierstein eine gewisse Trockenheit gewohnt sind, anders ist das nicht zu erklären. Hier und da sieht man zwar erste gelbe Blätter im unteren Teil der Laubwand, insgesamt kann man jedoch sagen, es geht noch relativ gut. Fragt sich nur noch, wie lange …

 

Unsere Umveredelung und Neupflanzung sind auf unsere Wassergabe angewiesen.

Unsere Umveredelung und Neupflanzung sind auf unsere besonders Wassergabe angewiesen.

 

Unsere kleinen „Babys“ allerdings, die Neupflanzung und die Umveredelung, sind auf unsere Wassergabe angewiesen, darauf konzentrieren wir uns momentan sehr. Die jungen Wurzeln der frisch gesetzten Reben reichen noch nicht sehr tief, so dass diese Pflanzen wirklich Wasser benötigen. Bei den umveredelten Stöcken brauchen die Reben einfach Unterstützung beim Anwuchsprozess. So führen wir mit einer Lanze das Wasser direkt an die oberen Wurzeln, damit am Stielhang nichts den Berg hinunterfließt und die Verdunstung sich in Grenzen hält.

 

Mit einer Lanze bringen wir das Wasser direkt an die oberen Wurzeln, damit es nicht den Berg hinunter fließt und auch nichts verdunstet.

Bewässerung im Steilhang für unsere Umveredelung: Mit einer Lanze bringen wir das Wasser direkt an die oberen Wurzeln, damit es nicht den Berg hinunter fließt und auch nichts verdunstet.

 

In den nächsten Tagen ist leider nur mit Gewittern zu rechnen, doch da kommt erfahrungsgemäß in Nierstein selten Wasser an. Das heißt, wir müssen weiter hoffen, aber irgendwie haben wir eine Vorahnung, dass der Regen im August noch kommen wird. Drücken Sie mit uns die Daumen!

Jetzt kommentieren

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.