Ökologische Wirtschaftsweise:

Einer der Schlüssel zur Qualität

 

Warum bewirtschaftet ST. ANTONY seine Flächen ökologisch?

ST. ANTONY hat weniger einen dogmatischen Ansatz zur ökologischen Bewirtschaftung. Vielmehr ist die Qualitätssteigerung, die - gerade beim Riesling - durch konsequenten Qualitätsökoanbau erzielt werden kann, beachtlich. Konventionelle Spritzmittel verändern die Beerenhaut und verzögern die Reife, Herbizide verringern die Bodenvitalität und mineralische Dünger zwingen die Rebe zur Wassereinlagerung und manipulieren Qualität zu Gunsten des Ertrags. All dies sind Gründe die konventionellen Methoden zu hinterfragen und die Bewirtschaftung umzustellen; um dadurch Qualitätsreserven auszuschöpfen. Wir sind uns der Verantwortung bewusst, die Tradition der erstklassigen Bewirtschaftung des Weinbergs fortzuführen und ST. ANTONYs Weine immer weiter zu verfeinern. Aus diesem Grund besinnen wir uns zurück auf traditionelle und sorgfältige Herstellungsweisen. Auch wenn diese teils aufwendiger sind, lohnt sich diese Arbeit, um unsere Vision von erstklassigen Spitzenweinen konsequent umzusetzen.

 

Was bedeutet ökologisch wirklich?

In der Weinwelt geistern verschiedene Bezeichnungen herum, die mit der Schonung der Umwelt im Weinbau zu tun haben:


Kontrolliert umweltschonender Weinbau:
Diese Bezeichnung ist höchst verwirrend, da es hier ist im Prinzip lediglich um eine Mengenbeschränkung der konventionellen Pflanzenschutzmittel, Herbizide und Insektizide, geht, die aber nicht sehr streng kontrolliert werden.


Biodynamischer Anbau:
Grundlage hierfür ist der kontrolliert ökologische Weinbau. Hinzukommen jedoch auch das Ausrichten bestimmter Aktivitäten an Mondphasen und Gestirnskonstellationen sowie die Ausbringung von Vitalisierungs- und Stärkungspräparaten für Pflanzen und Boden. Der biodynamische Anbau basiert auf den Überlegungen von Rudolf Steiner. Bekannteste Vereinigung dieser Bewirtschaftungsweise ist Demeter (der Verband für ökologischen Anbau auf anthroposophischer Grundlage).

Ökologische Wirtschaftsweise:
Die ökologische Wirtschaftsweise unterscheidet sich an folgenden Punkten von der konventionellen und der „umweltschonenden“ Wirtschaftsweise:

Pflanzenschutz ist auch Nützlingsschutz
Im ökologischen Weinbau benutzen wir ökologische Kontaktmittel und Pflanzenstärkungsmittel wie Netzschwefel, Backpulver, Gesteinsmehl und Kupferpräparate. All diese Mittel dringen nicht in die Pflanze ein (wie etwa konventionelle, systemische Mittel) und verändern dadurch weder die Beerenhaut noch die  Aromabildung und das Reifeverhalten. Dadurch sind auch keinerlei gefährliche Rückstände wie im konventionellen Weinbau zu erwarten. Der Reinkupfereinsatz, der alternativ zu herkömmlichen Pflanzenschutzmitteln eingesetzt wird, beträgt in ST. ANTONY pro Hektar und Jahr liegt bei ca. 1,5-1,7 kg, je nach Witterung. Der Schutz vor schädlichen Insekten wird mittels der Verwirrmethode vorgenommen. Hier werden Sexuallockstoffe spezieller Schädlinge im Weinberg verbreitet und Männchen und Weibchen können sich nicht mehr  zur Paarung finden. Des Weiteren werden gezielt spezifische Krankheitserreger ausgebracht, die jedoch lediglich den Zielschädling angreifen und für alle anderen Lebewesen gänzlich unschädlich sind. So wird beispielsweise ein Bacillus thunringensis auf die Weinpflanzen gesprüht, ein Erreger den Traubenwicklerlarven durch Fraß aufnehmen. Auch der Schutz von Nützlingen oder anderen Lebewesen wird durch den Einsatz ökologischer Pflanzenschutzmittel gewährleistet. So kann sich eine ausbalancierte Artenwelt aus Nütz- und Schädlingen einstellen.

Gutes Unkrautmanagement ist Handarbeit
Jegliche Unkrautbekämpfung wird mechanisch vorgenommen, das bedeutet durch ein klassisches Scheibverfahren mit dem Traktor oder mit dem Raupenfahrzeug aber auch mal per Hand mit der guten alten Hacke.
Herbizide wie „Round Up“, die im konventionellen und „umweltschonenden“ Weinbau erlaubt und nachweislich bei Kontakt krebserregend sind, werden im ökologischen Anbau nicht verwendet. Dadurch werden die Artenvielfalt und das Bodenleben im Weinberg angeregt, und die Vitalität der Böden steigt.

Was wir nicht brauchen, geben wir der Pflanze zurück
Wir verzichten auf Mineraldünger und synthetisch hergestellte chemische Dünger. Unsere Düngung erfolgt durch Kompost und Gesteinsmehl.

Zum Thema Gentechnik
Wir verzichten auf den Einsatz von Enzymen und gentechnisch veränderter Hefen.  Selbst die Zitronensäure zur Fassreinigung ist nicht von gentechnisch veränderten Lebewesen hergestellt.

Wer überprüft ob wirklich Öko drin ist, wo Öko drauf steht?

All diese Dinge werden von einer unabhängigen Kontrollinstanz, der Gesellschaft für Ressourcenschutz (www.gfrs.de), mehrmals jährlich überprüft. Unangekündigte Kontrollen sichern den Nachweis. Wichtig ist hier, dass der gesamte Warenfluss in der Produktion klar nachvollziehbar ist und geprüft wird.

Ab wann ist man öko-Zertifiziert?

ST. ANTONY hat 2006 die ersten Weinberge ökologisch bewirtschaftet. Ab 2007 wurden dann alle Weinberge komplett ökologisch bewirtschaftet und ein kostenpflichtiger Kontrollvertrag mit der Gesellschaft für Ressourcenschutz abgeschlossen. In der Umstellungsphase auf ökologische Bewirtschaftung darf man unter dem Satz vermarkten:
Wein aus Trauben aus Weinbergen in der Umstellung auf den ökologischen Landbau.
Nach drei Jahren kontrollierter ökologischer Bewirtschaftung ist man dann bio/öko -zertifiziert.
ST. ANTONY befindet sich 2008 bereits im zweiten Jahr der Umstellung.